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Kapernaum, „Dorf des Nahum“. Der Name kommt nicht vom Propheten, sondern wohl, wie die zahlreichen ähnlichen Namen „Dorf des Anania, des Sacharja“ und so weiter, von einem jüdischen Großgrundbesitzer. Es war zur Zeit Jesu ein großes jüdisches Dorf am herrlichen Ufer des Galiläischen Sees, am Nordrand desselben, nicht ganz eine Stunde vom Einfluss des Jordans in den See.
Die Bedeutung des Ortes geht daraus hervor, dass er eine Besatzung hatte, deren Hauptmann Matth. 8, 5ff erwähnt wird, weil Jesus bei ihm größeren Glauben fand als in Israel, weiter daraus, dass dort eine Zollstätte bestand (Matth. 9, 9), wohl wegen des lebhaften Verkehrs mit den Gegenden jenseits des Sees. Die Trümmer der Stadt heißen jetzt Tell Hum; darunter befinden sich die Reste einer großen Synagoge (Abb. 186).
Nachdem Jesus mit seinen ersten Jüngern vom Jordan zurückgekehrt war und zunächst die Seinen besucht hatte auf dem Hochzeitsfeste zu Kana, zog er, begleitet von der Mutter und den Brüdern, nach Kapernaum (Joh. 2, 12), wo von seinen ersten Jüngern Petrus und Andreas (Mark. 1, 29) und wohl auch die beiden Söhne des Zebedäus (Mark. 1, 19) wohnhaft waren. Jesus hat Kapernaum bis zum Himmel erhoben (Matth. 11, 23) dadurch, dass er den Ort zu „seiner Stadt“ machte (Matth. 4, 13; Matth. 9, 1), wohin er von seinen Wanderungen durch Galiläa hindurch und nach Jerusalem immer wieder zurückkehrte, so dass Kapernaum mehr von seinen Zeichen sah und von seinen Worten hörte als sonst irgendein Ort. Dem Vorsteher der Synagoge weckte er das Töchterlein aus dem Tod auf; dem Hauptmann der Besatzung machte er den Knecht gesund; dort wohnte der Besessene, den er in der Schule geheilt hatte (Mark. 1, 23), dort die Schwiegermutter des Petrus, das blutflüssige Weib und so manche andere Zeugen seiner Heilandsmacht; heilte er doch am Abend jenes Sabbats, da er zum ersten Mal in ihrer Schule gelehrt hatte, alle ihre Kranken (Mark. 1, 32).
Dies alles brachte nun wohl eine große Aufregung im Orte hervor, sie umlagerten sein Haus und seine Person, aber der Herr sagt, dass Kapernaum innerlich dasselbe geblieben sei, wie vorher. Zu einer wahrhaftigen Umkehr zu Gott in Erneuerung ihres Sinnes kam es nicht. Darum sagt Jesus von Kapernaum, es habe einen Fall getan so tief wie sonst nichts.
Ad. Schlatter.
Abb. 186. Trümmerfeld von Tell Hum (Kapernaum).
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About Calwer Bibellexikon: Biblisches Handwörterbuch illustriertDas Calwer Bibellexikon ist einer der bekanntesten Namen unter den deutschsprachigen Bibellexika. Laut Vorwort ist es als ein Handbuch für den nachdenkenden Bibelleser, Geistlichen oder Religionslehrer gedacht. Das Nachschlagewerk soll es dem Leser ermöglichen, ein „eben gelesenes Bibelwort als ein Glied in das ganze Gebäude seiner biblischen Anschauungs- und Gedankenwelt“ einzufügen. Der Herausgeber Paul Zeller merkt zudem an, das Werk sei „in dem einen Geist demütiger Ehrfurcht vor dem Worte Gottes und herzlicher Liebe zu der heiligen Schrift“ entstanden (Vorwort 2. Aufl.). Das Calwer Bibellexikon erschien zum ersten Mal im Jahr 1884, die zweite Auflage 1893, beide erfreuten sich großer Nachfrage. Die hier verfügbare dritte Auflage (1912) ist das Ergebnis einer umfassenderen Umarbeitung und teils auch Verkürzung. Der Herausgeber und die Mitwirkenden stammten zumeist aus der Württembergischen Landeskirche und der Schweiz. Bekannt war es auch unter dem alternativen Titel „Biblisches Handwörterbuch, illustriert“. |
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