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Zoll, Zöllner.
1) Zoll, griech. telos, bedeutet die von ein- und ausgeführten Waren an Handelsstationen, der Landesgrenze, in Häfen usw. zu entrichtende Abgabe. Die Zollgebiete waren von sehr verschiedener Ausdehnung, bald eine ganze Provinz, bald nur kleinere Territorien. Wahrscheinlich bildete jedes der drei Gebiete, in welche zu Jesu Zeit Palästina zerfiel, auch ein eigenes Zollgebiet, daher die häufige Erwähnung der Zölle im Neuen Testament, die eine große Bedeutung für das soziale Leben hatten. Der Zoll ist meistens neben anderen Abgaben aufgeführt als ein Hoheitsrecht des Landesherrn, so schon Esr. 4, 13. Esr. 4, 20; Esr. 7, 24; Matth. 17, 25; Röm. 13, 7. — Matth. 9, 9; Mark. 2, 14; Luk. 5, 27 steht „Zoll“ im Sinn von „Zollstätte, Zollhaus“.
2) Die Erhebung der Zölle war im römischen Reich und so wahrscheinlich auch von Landesherrn und Stadtgemeinden an Generalzollpächter (publicani) vergeben, welche die Zölle für ihre Rechnung erhoben und dafür eine feste Summe an die Staatskasse ablieferten. Die im Neuen Testament erwähnten Zöllner waren Unterbeamte, welche für jene großen Unternehmer die Erhebung besorgten. Zachäus, Luk. 19, 1ff, war ein auch im Dienst eines Generalpächters stehender Oberzollbeamter, denn Jericho war als wichtige Handelsstation eine Hauptzolleinnehmerei; Matthäus, welcher in Kapernaum den Zoll einnahm, war ein gewöhnlicher Zöllner wahrscheinlich im Dienst des Herodes Antipas. Es bestand zwar ein amtlicher Zolltarif (der Eingangszoll betrug durchgängig 2,5 Prozent), aber das ganze Zollgeschäft, vorzüglich unter diesem System der Verpachtung, war darauf angelegt, die Habgier und Unredlichkeit zu befördern; die großen Unternehmer wie deren Unterbedienstete suchten sich möglichst zu bereichern, daher waren die Zöllner allgemein der Gegenstand des Hasses und der Verachtung bei Heiden und Juden. Mochte daran zum Teil das Gehässige, das an und für sich schon ihrem Geschäft anhaftete, die Schuld tragen — sofern das Volk stets im Zollwesen die Hemmung des Verkehrs, die Eingriffe in Privatangelegenheiten durch das Durchstöbern der Waren, der Kleider usw. mit Widerwillen empfindet — so lag der Hauptgrund doch in der Habsucht und Betrügerei, welche man den Zöllnern nicht mit Unrecht nachsagte (Luk. 19, 8). War es doch soweit gekommen, dass die Zöllner im Volksmund ohne Weiteres mit „Sündern“ und Huren zusammengestellt wurden (Matth. 5, 46f.; Matth. 9, 10f.; Matth. 18, 17; Mark. 2, 15ff; Luk. 5, 29f und oft). Ein Jude, welcher sich zum Zolldienst hergab, galt als ausgeschieden von der Religions- und Volksgemeinschaft, zumal wo er sich zugleich in den Dienst der heidnischen Obrigkeit begeben hatte. Jesus zeigt sich über dies Vorurteil erhaben und verkehrt mit ihnen, ja gewinnt Jünger aus ihnen.
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About Calwer Bibellexikon: Biblisches Handwörterbuch illustriertDas Calwer Bibellexikon ist einer der bekanntesten Namen unter den deutschsprachigen Bibellexika. Laut Vorwort ist es als ein Handbuch für den nachdenkenden Bibelleser, Geistlichen oder Religionslehrer gedacht. Das Nachschlagewerk soll es dem Leser ermöglichen, ein „eben gelesenes Bibelwort als ein Glied in das ganze Gebäude seiner biblischen Anschauungs- und Gedankenwelt“ einzufügen. Der Herausgeber Paul Zeller merkt zudem an, das Werk sei „in dem einen Geist demütiger Ehrfurcht vor dem Worte Gottes und herzlicher Liebe zu der heiligen Schrift“ entstanden (Vorwort 2. Aufl.). Das Calwer Bibellexikon erschien zum ersten Mal im Jahr 1884, die zweite Auflage 1893, beide erfreuten sich großer Nachfrage. Die hier verfügbare dritte Auflage (1912) ist das Ergebnis einer umfassenderen Umarbeitung und teils auch Verkürzung. Der Herausgeber und die Mitwirkenden stammten zumeist aus der Württembergischen Landeskirche und der Schweiz. Bekannt war es auch unter dem alternativen Titel „Biblisches Handwörterbuch, illustriert“. |
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