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Weben bedeutet hin- und herbewegen.
1) Im einfachen Wortsinn steht es Matth. 11, 7; Jak. 1, 6, vom Schwingen der Hand zum Schlagen Jes. 19, 16, intransitiv - sich hin- und herbewegen, sich regen, 1Mos. 1, 20f; Psa. 65, 9; Hes. 47, 9; Apg. 17, 28.
— 2) Vom Weber gebraucht siehe Artikel Weber.
— 3) In der gottesdienstlichen Sprache bezeichnet es eine Zeremonie, bei der nach der jüdischen zu 2Mos. 29, 24 und 4Mos. 6, 19f stimmenden Überlieferung gewisse Gegenstände des Opfers vom Priester dem Opfernden auf die Hände gelegt und dann, nachdem er seine Hände unter die des Opfernden gelegt, nach vorwärts und wieder nach rückwärts bewegt wurden. Es war ein Darbieten und Wiederzurücknehmen und wurde vorgenommen mit den Opferbestandteilen, welche dem Herrn übergeben, von ihm aber seinen Dienern, den Priestern, abgetreten wurden; zum Zeichen, dass sie ein Geschenk vom Herrn, nicht von den Opfernden an die Priester waren. Gewebt wurden folgende Opferteile: bei Dankopfern die Brust des Opfertieres, die „Webebrust“, 3Mos. 7, 30f. 3Mos. 7, 34; 3Mos. 9, 21; 3Mos. 10, 14f; 4Mos. 6, 20, die ganzen Tiere (Lämmer) beim Dankopfer des Wochenfestes, 3Mos. 23, 19f, und nebst dem dazu gehörigen Öl bei dem Reinigungsschuldopfer, 3Mos. 14, 12f. 3Mos. 14, 24; die Erstlingsgarbe am Passahfest, die „Webegarbe“, 3Mos. 23, 10f. 3Mos. 23, 12. 3Mos. 23, 15, die Erstlingsbrote „Webebrote“ am Wochenfest, 3Mos. 23, 17. 3Mos. 23, 20; einige Bestandteile des Nasiräerdankopfers, 4Mos. 6, 19f, und aus Gerstenmehl bestehende Eiferopfer, 4Mos. 5, 25. Auch das 4Mos. 8, 11. 4Mos. 8, 15 vorgeschriebene Weben der Leviten, ohne Zweifel durch Hin- und Herführen derselben vollzogen, hat den Sinn, dass sie dem Herrn übergeben, von ihm aber den Priestern, ihnen zu dienen, überlassen wurden, vergleiche Vers 4Mos. 8, 15–19. Wenn nach 2Mos. 29, 22–25 und 3Mos. 8, 25–28 bei dem Priesteropfer sowohl die durch die Opfergesetzgebung für Verbrennung auf dem Altar bestimmten Fettstücke usw., als die die Abgabe des Opfernden an den Priester ausmachende Hebeschulter zuerst gewebt und dann auf dem Altar verbrannt werden, so bedeutet das
1) die Zuweisung jener Fettstücke an den Priester, damit er mit ihnen, sie auf den Altar bringend, seinen Priesterdienst verrichte, 2) die Belehnung des Priesters mit der Gabe, die er künftig für seinen Dienst empfangen, jetzt aber, da er noch nicht ausgeweiht war, dem Herrn übergeben sollte. Dass bei diesem Opfer nach 2Mos. 29, 26 und 3Mos. 8, 29 die Webebrust dem Mose zufiel, erklärt sich daraus, dass er und noch nicht der erst zu weihende Priester als Diener Gottes tätig war.
— In erweitertem Sinn bezeichnet das Wort Webe überhaupt eine dem Herrn geweihte Gabe, 2Mos. 35, 22; 2Mos. 38, 24. 2Mos. 38, 29.
Th. Öhler.
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About Calwer Bibellexikon: Biblisches Handwörterbuch illustriertDas Calwer Bibellexikon ist einer der bekanntesten Namen unter den deutschsprachigen Bibellexika. Laut Vorwort ist es als ein Handbuch für den nachdenkenden Bibelleser, Geistlichen oder Religionslehrer gedacht. Das Nachschlagewerk soll es dem Leser ermöglichen, ein „eben gelesenes Bibelwort als ein Glied in das ganze Gebäude seiner biblischen Anschauungs- und Gedankenwelt“ einzufügen. Der Herausgeber Paul Zeller merkt zudem an, das Werk sei „in dem einen Geist demütiger Ehrfurcht vor dem Worte Gottes und herzlicher Liebe zu der heiligen Schrift“ entstanden (Vorwort 2. Aufl.). Das Calwer Bibellexikon erschien zum ersten Mal im Jahr 1884, die zweite Auflage 1893, beide erfreuten sich großer Nachfrage. Die hier verfügbare dritte Auflage (1912) ist das Ergebnis einer umfassenderen Umarbeitung und teils auch Verkürzung. Der Herausgeber und die Mitwirkenden stammten zumeist aus der Württembergischen Landeskirche und der Schweiz. Bekannt war es auch unter dem alternativen Titel „Biblisches Handwörterbuch, illustriert“. |
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