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Edelstein. Die Heilige Schrift nennt 19 Edelsteine: Achat, Amethyst, Beryll, Chalkedonier, Chrysolith, Chrysopras, Kristall, Demant, Hyazinth, Jaspis, Onyx, Lynkurer, Rubin, Saphir, Sarder, Sardonyx, Smaragd, Topas, Türkis.
Die Mehrzahl derselben wird nach der heutigen Anschauung der Sache nicht mehr zu den Edelsteinen gezählt, indem die Härte des Steins und die mit der Härte verbundene Beständigkeit der Farbe und des Glanzes maßgebend ist für den Adel der Steine. Sie gehören vielmehr einfach in die Reihe der Schmucksteine und Schliffsteine.
Nicht zu vergessen ist ferner, dass es mehr als zweifelhaft ist, ob die modernen Edelsteinnamen wirklich auch dasselbe bezeichnen, was die deutsche Übersetzung des hebräischen Namens besagen will. So wird gerade der edelste und kostbarste aller Steine, der Diamant, der Bibel als Schmuckstein nahezu unbekannt gewesen sein, indem erst seit 1456 das Schleifen der Diamanten und eben damit der Glanz und das Feuer dieser Steine bekannt wurde.
Dafür spricht auch der biblische Name „jahalôm“, „der Bohrer“, Hes. 28, 13, wonach die Vorzüge des Diamanten in seiner größten Härte, nicht in seinem größten Glanze erblickt wurden, welche beide dem Stein den unbestritten ersten Rang unter allen Steinen der Welt verleihen. Er heißt auch „schamir“ „der Stachel“, weil zum Eingraben dienlich (Jer. 17, 1; Hes. 3, 9; Sach. 7, 12).
Dem Diamanten zunächst stehen die farbigen Edelsteine: blau: Saphir, grün: Smaragd, rot: Rubin oder Karfunkel, obgleich die Sicherheit der Identität der biblischen Namen mit den modernen Bezeichnungen nicht nachzuweisen ist.
Unter Saphir verstand die Bibel sicherlich nicht, was heute in der Sprache der Juweliere diesen Namen trägt, sondern einen Stein, der künstlerische Verwendung fand (Gottes Thron, Fußschemel, Gesetzestafel), in den man gravieren und den man verarbeiten konnte; darunter kann kein anderer Stein verstanden sein als der im ganzen Altertum, namentlich von Epiphanius hoch gepriesene Lapis Lazuli, der die Farbe des Himmels hat mit Sternen besät, denn goldene Punkte strahlen auf ihm.
Ebenso zweifelhaft ist der hebräische Name „baréket“ für den Smaragd, umso mehr wenn nach Plinius Smaragde von kolossaler Größe in den Heiligtümern standen; so hat man eher an Malachit zu denken, der in Grün dasselbe ist, was der Lazulit in Blau.
Sicherer ist der Name „nophek“ für Rubin, wenngleich wohl alle feurig rot strahlenden Edelsteine gemeint sein können; denn selbst einem Kenner fällt es schwer, Rubin, roten Spinell, Almandin oder Granat auseinanderzuhalten. — Sind Saphir, Smaragd und Rubin echte Edelsteine, so stehen Beryll, Hyazinth und Topas den Edelsteinen um einen Härtegrad nach und sind nur sogenannte Halbedelsteine.
Beryll ist der meergrüne, in Säulen geschnittene, durchsichtige Aquamarin, der wohl unter allen biblischen Schmucksteinen am sichersten erkannt wird.
Hyazinth, in der heutigen Sprache Zirkon, vom Juwelierjargon genannt, ist ein dunkler, bräunlicher Stein, der im Feuer sich heller brennt und gelb wird, sodass ihn vom Topas nur gute Kenner unterscheiden können.
Auch der Topas der Bibel stimmt wohl zu dem Topas des übrigen Altertums und dem modernen Topas, obgleich die Verwechslung mit dem gelbgrünen Chrysolith sehr naheliegt. Der hebräische Name „piteda“ soll „gelb“ bezeichnen, wie „pita“ im Sanskrit. — Alle weiteren in der Bibel vorkommenden Schmucksteine sind einfache Kiesel, deren Färbung durch Spuren von Metallsalzen erzeugt ist.
Der einfach farblose, wasserhelle Kiesel, der Kristall, Offb. 4, 6, heute Bergkristall genannt, heißt auch „kérach“, das Eis, indem nach der Meinung der Alten der Kristall ein durch große Kälte verhärtetes Eis war.
Auf allerlei Weise getrübt und gefärbt, mit Bändern geziert ist „schebô“ der Achat, dessen Hauptverwendung gleich dem Onyx, Sarder und anderen farbigen Kieseln zu Gemmen und Siegelsteinen geschah. Dendritische Bildungen von Mangan- und Eisensalzen bilden gern auf den Achaten allerlei natürliche Zeichnungen, auf welche die Einbildungskraft der Menschen zu allen Zeiten mehr oder minder einen Wert gelegt hat.
Amethyst, hebräisch „achlamah“, ist der violettblaue oder purpurrote Kiesel, der nach der griechischen Deutung vor Trunkenheit schützte, nach der hebräischen aber angenehme Träume im Träger des Amethyst-Ringes weckt.
Chalkedonier, nach der Stadt Chalkedon an der Propontis genannt, ist ein lichtgrauer, am liebsten für Gemmen und Siegel verarbeiteter Kiesel, ebenso Chrysolith als gelbgrüner aus Ceylon, aber auch aus Oberägypten und Spanien eingeführter Kiesel, während Chrysopras ein matter, fettglänzender Stein ist, mit dem vorhergehenden vielfach verwechselt. Heutzutage werden die meisten Chrysoprase aus Schlesien bezogen.
Den größten Ruhm unter allen Kieseln aber hat Jaspis, „jaschpheh“, Offb. 4, 3 und Offb. 21, 11. Wenn er an dieser Stelle der alleredelste genannt wird, so kann unter ihm doch wohl nur der Edelopal verstanden werden, der, wenn er sich durch lebhaftes Farbenspiel auszeichnet, selbst heute noch nur mit dem Diamanten zu vergleichen ist.
Lynkurer, hebräisch „leschem“, ein sonst unbekanntes Wort, das auf eine Reihe gelblicher Steine bezogen werden kann, von vielen auch als Bernstein gedeutet wird, was umso wahrscheinlicher sein dürfte, als der sonst im Altertum so hochgeschätzte Bernstein in der Schrift nicht genauer bezeichnet wird.
Onyx soll das hebräische „schoham“ sein (1Mos. 2, 12). Sein Hauptwert ist seine Stellung am Leibrock des Hohepriesters (2Mos. 28, 9), indem am Brustschild desselben auf zwei Onyxen je sechs Namen der Stämme Israels eingegraben waren. Er war der bevorzugte Stein zum Gravieren von Namen und Siegeln, wozu er sich vor anderen wegen der verschieden gefärbten Lagen eignete, welche den Stein durchsetzen. War die Lage, in der sich das geschnittene Bild aushob, gelb, so hieß der Stein wohl Sardonyx, Offb. 21, 20, wurde das Bild lichtgelb, so wurde darunter der Sarder, Offb. 4, 3, verstanden, heutzutage unter dem Namen Karneol begriffen, der heute noch am liebsten aus Arabien und Ägypten bezogen wird.
Den Schluss der Schmucksteine bildet der Türkis, „tarschich“, der weichste unter den genannten Steinen, heutzutage aber der beliebteste Ringstein im ganzen Orient, indem er wohl keinem Moslem am Finger fehlt und die arabischen Dichter nicht müde werden, ihn zu preisen. Da der Stein auf der Sinaihalbinsel sehr gemein ist, so liegt der Gedanke nahe, dass er den Israeliten seit ihrem vierzigjährigen Aufenthalt am Sinai bekannt war (Dan. 10, 6) und in alter Zeit schon denselben Ruhm genoss, wie noch in neuester Zeit.
Abb. 97. Achatmandel, im Innern mit Amethystkristallen erfüllt.
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About Calwer Bibellexikon: Biblisches Handwörterbuch illustriertDas Calwer Bibellexikon ist einer der bekanntesten Namen unter den deutschsprachigen Bibellexika. Laut Vorwort ist es als ein Handbuch für den nachdenkenden Bibelleser, Geistlichen oder Religionslehrer gedacht. Das Nachschlagewerk soll es dem Leser ermöglichen, ein „eben gelesenes Bibelwort als ein Glied in das ganze Gebäude seiner biblischen Anschauungs- und Gedankenwelt“ einzufügen. Der Herausgeber Paul Zeller merkt zudem an, das Werk sei „in dem einen Geist demütiger Ehrfurcht vor dem Worte Gottes und herzlicher Liebe zu der heiligen Schrift“ entstanden (Vorwort 2. Aufl.). Das Calwer Bibellexikon erschien zum ersten Mal im Jahr 1884, die zweite Auflage 1893, beide erfreuten sich großer Nachfrage. Die hier verfügbare dritte Auflage (1912) ist das Ergebnis einer umfassenderen Umarbeitung und teils auch Verkürzung. Der Herausgeber und die Mitwirkenden stammten zumeist aus der Württembergischen Landeskirche und der Schweiz. Bekannt war es auch unter dem alternativen Titel „Biblisches Handwörterbuch, illustriert“. |
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